Sprachen

Zimba Panorama © Manfred Oberhauser, Montafon Tourismus GmbH

Nachhaltig Tagen in Vorarlberg

Kongresse, Tagungen, Seminare, Galas, Sportbewerbe, Konzerte… Veranstaltungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich. Viele Menschen reisen regelmäßig beruflich zu Veranstaltungen in andere Regionen oder Städte. Dabei werden große Mengen an Ressourcen beansprucht, Emissionen verursacht und unsere Umwelt beeinträchtigt. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt auch bei Tagungs- und Eventveranstaltern an Bedeutung.

Green Meetings und Green Events

Green Meetings in Vorarlberg

Veranstaltungen in Vorarlberg können mit den Österreichischen Umweltzeichen für „Green Meetings und Green Events“ zertifiziert werden. Anstatt Müllberge und Verkehrslawinen zu verursachen, zeichnen sich „Green Meetings“ und „Green Events“ durch erhöhte Energieeffizienz, Abfallvermeidung und umweltschonende An- und Abreise der Teilnehmer aus. Zentrale Aspekte sind Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und soziale Verantwortung. Die Veranstaltungen erhalten damit ein positives Image bei der Bevölkerung, den Teilnehmer/innen und den Sponsoren.

Die Kriterien für ein Green Meeting oder Green Event decken alle Bereiche einer Veranstaltung ab:

  • Mobilität und Klimaschutz
  • Unterkunft
  • Veranstaltungsstätte
  • Beschaffung, Material- und Abfallmanagement
  • Catering/Gastronomie
  • Kommunikation
  • Soziale Aspekte
  • Veranstaltungstechnik

Dabei gibt es jeweils MUSS-Kriterien, die erfüllt werden müssen (z.B. Kommunikation der öffentlichen Anreisemöglichkeiten, Verzicht auf Dosengetränke, Abfalltrennung in der Veranstaltungslocation, etc.) und SOLL-Kriterien, mit denen Punkte gesammelt werden können. Je nach Umfang der Veranstaltung müssen unterschiedlich viele Punkte erreicht werden.

Convention Partner Vorarlberg ist seit 2013 Lizenznehmer des Umweltzeichens für „Green Meetings und Green Events“ und darf nachhaltige Veranstaltung zertifizieren. Weitere Lizenznehmer in Vorarlberg sind das Festspielhaus Bregenz, das Kulturhaus in Dornbirn, Stadtmarketing und Tourismus Feldkirch mit dem Montforthaus, das Hotel Schwärzler in Bregenz, (f)acts Events und die Agentur WEGWEISER. Die Lizenznehmer unterstützen Veranstalter in Vorarlberg bei der Zertifizierung von Kongresse, Tagungen und Events.

Nachhaltiges Veranstalten soll in Vorarlberg selbstverständlich werden. Dies bedarf einer entsprechenden Bewusstseinsbildung bei den touristischen Leistungsträgern. Die Anzahl der mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierten Betriebe, egal ob Hotels, Locations oder Cateringunternehmen steigt in Vorarlberg stetig.

Im Meetings Industry Report Austria (mira) wird jährlich die Anzahl der Green Meeting und Green Event zertifizierten Veranstaltung in Österreich erfasst. 2019 wurden in Vorarlberg 25 Veranstaltungen als Green Meeting oder Green Event durchgeführt.

Case Study: Zertifizierung der Kleinwalsertaler Dialoge

Die Kleinwalsertaler Dialoge wurden 2019 bereits zum fünften Mal mit dem Umweltzeichen für Green Meetings ausgezeichnet und geben einen Einblick in die Erfüllung einiger Kriterien. Hier weiter lesen.

Sabine Künz, CMP

Die Bedingungen für ein authentisches Green Meeting oder Green Event in Vorarlberg sind ideal! Viele Leistungsträger leben die Werte Nachhaltigkeit und Regionalität und bieten so eine gute Basis für die Zertifizierung.

Sabine Künz, CMP Büroleitung, Green Meetings und Green Events Beauftragte

Global Destination Sustainability-Index

gds-index

Dem Thema Nachhaltigkeit wird in Vorarlberg große Bedeutung zugeschrieben. Convention Partner Vorarlberg möchte dies im Bereich der Veranstaltungsindustrie durch die Teilnahme beim Global Destination Sustainability (GDS)-Index sichtbar machen und in Zukunft zusammen mit Leistungsträgern und Partnern verstärken.

Der GDS-Index ist die weltweit größte Benchmarking- und Kooperationsplattform für die Tagungs- und Eventindustrie im Bereich Nachhaltigkeit. Er bewirbt und fördert die nachhaltige Entwicklung der internationalen Tagungsindustrie, in dem er Meeting-Destinationen weltweit vergleicht und vernetzt. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Umwelt, Soziales, Destinationsmanagement und Leistungsträger.

Nachhaltigkeit und Veranstaltungen

Vorarlberg verfügt bereits über Kongresshäuser und Tagungshotels mit Nachhaltigkeitsauszeichnungen. In Zukunft sollen noch mehr Betriebe dazu bewegt werden, sich zertifizieren zu lassen und Veranstaltungen in den Betrieben nachhaltig durchzuführen. Nachhaltiges Veranstalten soll in Vorarlberg selbstverständlich werden.

Mit dem österreichischen Umweltzeichen für „Green Meetings und Green Events“ wurde eine Richtlinie geschaffen, die an alle Aspekte einer Veranstaltung sowohl Umweltanforderungen als auch Anforderungen im sozialen Bereich stellen. Convention Partner Vorarlberg ist seit 2013 Lizenznehmer für „Green Meetings und Green Events“ und somit befugt, Veranstaltungen in Vorarlberg als „Green Meetings oder Green Events“ zu zertifizieren.

Mit dem regionalen Programm „ghörig feschta“ werden Vereine, Gemeinden und andere Organisationen beim Planen und Umsetzen von nachhaltigen Veranstaltungen unterstützt. Ziel ist es, vorwiegend regional produzierte und verarbeitete Lebensmittel und Getränke anzubieten, öffentliche Mobilitätsangebote zu nützen und durch effiziente Technik und Recycling weniger Abfall zu produzieren.

 

 

Soziale Verantwortung

Vorarlberg gehört zu den sichersten Regionen weltweit und das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheitsorganisationen ist hoch. Aufgrund der besonderen geographischen Lage ist es wichtig, die regionalen Sicherheitsstrukturen intakt zu halten und weiter auszubauen.

Das Ehrenamt spielt in Vorarlberg eine große Rolle. Etwa die Hälfte aller Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sind freiwillig engagiert, z. B. in Blaulichtorganisationen oder Kulturvereinen, und stärken somit den Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Sicherheitsarchitektur des Landes basiert zu einem wesentlichen Teil auf Freiwilligenarbeit.

Bis 2035 hat sich das Land zum Ziel gesetzt, zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder zu werden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Bildungsbereich, der bestmögliche Zukunftschancen für alle Kinder bieten soll, unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Die Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen an Vorarlberger Schulen wird kontinuierlich erhöht.

Herstellung und Mobilität

Regionalität, Nachhaltigkeit und Gastfreundschaft werden als Stärken des Vorarlberger Tourismus hervorgehoben. Im Fokus steht dabei ein ganzjähriger Qualitätstourismus mit einer gesunden Balance zwischen hochwertigem Angebot und hoher Verantwortung für Natur und Umwelt.

Durch nachhaltige Land- und Alpwirtschaft werden erstklassige und gesunde Lebensmittel produziert und die Vielfalt der Kulturlandschaft Vorarlbergs erhalten. Verstärktes Augenmerk gilt dem Ausbau der Bio-Landwirtschaft. Im Rahmen gewachsener Regionalinitiativen wie z. B. KäseStrasse Bregenzerwald, Biosphärenpark Großes Walsertal, bewusstmontafon oder Klostertaler Bauerntafel produzieren Vorarlberger Landwirte hochwertige Lebensmittel und positionieren diese nachhaltig auf dem heimischen Markt.

Vorarlberg setzt auf alternative Formen der Mobilität. Es war die erste Modellregion der Elektromobilität mit Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie und treibt den weiteren Ausbau der E-Mobilität voran. Vorarlberg ist auch das Radfahrland Nr. 1 – in keinem anderen Bundesland ist der Anteil der Wege, die per Rad zurückgelegt werden, so hoch. Die Bus- und Bahnverbindungen im Land werden erhöht, die Verkehrszeiten erweitert und der Ausbau der Schieneninfrastruktur forciert. Im Tourismus werden Pilotregionen für nachhaltige Gästemobilität etabliert.

 

Energie- und Klimaschutz

Der Vorarlberger Landtag hat im Juli 2019 als erstes österreichisches Bundesland den „Climate Emergency“ ausgerufen und gleichzeitig ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem wesentliche Schritte zum Klimaschutz auf den Weg gebracht werden sollen.

Mit dem bereits eingeschlagenen Weg der Energieautonomie 2050 hat sich Vorarlberg ein ehrgeiziges energie- und klimapolitisches Ziel gesetzt, nämlich bis zum Jahr 2050 den kompletten Energiebedarf mit erneuerbarer Energie abzudecken. Neubauten sollen z.B. nach 2021 ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe für Raumwärme, Warmwasser und Kühlung auskommen.

Die mittlerweile 48 e5-Gemeinden, fast die Hälfte aller Gemeinden in Vorarlberg, sind unverzichtbare Partner, wenn es darum geht, die Ziele der Energieautonomie zu erreichen. (Das e5-Programm unterstützt Österreichs Gemeinden ihre Energie- und Klimaschutzpolitik zu modernisieren und somit Energie und Kosten zu sparen.)